Nachruf Hiltrud Priebe

In Memoriam: Hiltrud Priebe

Die Gemeinschaft Evangelischer Erzieher in Bayern trauert um ihre frühere stellvertretende Landesvorsitzende, ihr Ehrenmitglied Hiltrud Priebe.
Sie verstarb nach langer Krankheit am 10. Februar 2016 in Augsburg, im 77. Lebensjahr.

Viele GEE-Mitglieder kennen Hiltrud Priebe. Sie sind ihr, der charismati­schen Referentin und Leiterin von Religionspädagogischen Wochenenden und Pädagogischen Wochen und Autorin persönlich begegnet. Fragen der Ökumene und religionspädagogische Innovationen, oder das christliche Menschenbild: Ihre Voten wurden auch von kirchlichen, staatlichen und verbandlichen Gremien und Arbeitskreisen hoch geschätzt.
Beim Aufbau des Ökumenischen Lebenszentrums Ottmaring mitzuhelfen, das war Hiltruds Auftrag und persönlicher Wunsch. Sie, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahren in einem anderen Bundesland beruflich in Amt und Würden stand, musste deshalb die Versetzung beantragen, und den beruflichen Neuanfang als Lehrerin in Bayern, in Augsburg wagen.
Im Vertrauen auf Gott hat sie diesen Schritt getan – er hat Gelingen geschenkt.
Sie wurde schon bald Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft für Erziehung (AfE) und kam als deren Entsandte zur GEE, in der sie sich von Anfang an wohlfühlte. 1983 wurde sie erstmals zur stellvertretenden Landesvorsitzenden der GEE gewählt.

Es war Hiltruds Art, nicht selten bis an ihre physische Belastungsgrenze zu gehen. Es lässt sich kaum nachempfinden, wie schwer manche beruflichen und außerberuflichen Belastungen auf ihr lasteten. So war sie von 1990 bis 2003 auch Fachliche Leiterin des sehr großen Staatlichen Schulamts Augsburg.
Doch Gott hat ihr immer wieder Helfer zur Seite gestellt und ihr Kraft gegeben; und bis zuletzt war das Ökumenischen Lebenszentrum Ottmaring für sie ein wohltuendes Refugium.

Hiltrud gab nicht nur Impulse, sie wollte Ökumene-Arbeit mit- und vorleben. Das wurde auch bei den von ihr initiierten Begegnungsfahrten der GEE nach Rom – und nach der Grenzöffnung 1990– nach Hermannstadt (Sibiu) , Rumänien, in besonderer Weise deutlich.

Der damaligen siebenbürgische Landesbischof Klein hörte sehr aufmerksam zu, als Hiltrud Priebe ihm von ihren Erfahrungen berichtete. Und sehr aufmerksam hörten auch die deutschsprachigen Lehrerinnen und Lehrer in Hermannstadt zu, als Hiltrud Priebe ihnen religionspädagogische Innovationen und Möglichkeiten aufzeigte, zum Beispiel um passendes Arbeitsmaterial für den Religionsunterricht herzustellen. Das Interesse und die Begeisterung waren so groß, dass Hiltrud mehrfach von der Pädagogischen Hochschule Sibiu eingeladen wurde, mit dem Flugzeug zu religionspädagogischen Tagungen nach Hermannstadt zu kommen – was sie mit großer Freude auch getan hat.

Eine schwere Erkrankung machte alle Pläne zunichte. Es hatte den Anschein, als würde sich Hiltruds Leben auflösen, verlöschen. Wie kann Gott das zulassen?
Eine Ottmaringer Mitschwester fasste ihre Antwort auf diese Frage in folgende Worte:

„Manches trägt eine Zeit lang Früchte.
Und wenn es verschwindet: Gott weiß darum – und er wird uns nicht vergessen.“

Gott hat Hiltrud nun heimgeholt; er hat sie von ihrer Krankheit erlöst – das tröstet.
Was uns von ihr bleibt, sind ihre Schriften und die Erinnerungen an sie.
Dafür sind wir dankbar.
Aber sie selbst wird uns fehlen!

Liebe Hiltrud, Gott sei Dir gnädig und er segne Dich!
Er lasse sein Angesicht leuchten über Dir!

Ruhe in seinem Frieden!

Helmut Streitberger,
ehemaliger Landesvorsitzender der GEE

 

Ich habe der Bitte, für Hiltrud Priebe einen Nachruf zu schreiben, entsprochen. Doch ich stelle fest, dass der dabei entstandene Text sich auch für eine Geburtstags-Laudatio eigenen würde, in der es darum geht, die Verdienste der zu Ehrenden nochmals in Erinnerung zu rufen. Mir ist, als würde Hiltrud sagen: Na, das ist doch gut so! Ist denn Sterben nicht die Geburt in das neue, das ewige Leben hinein.?!

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